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Gesundheitsschäden durch Deos?

Es gibt immer wieder Studien, Berichte oder Gerüchte darüber, dass Deos und besonders Antitranspirantien Auslöser für Allergien, Brustkrebs bei Frauen und Alzheimer im allgemeinen sein könnten. Lassen Sie uns einmal gemeinsam überlegen, was daran sein könnte.

Wozu schwitzen wir?

Zuallererst müssen wir uns klarmachen, dass das Schwitzen ein lebensnotwendiges Regulationssystem des Körpers ist.

Das Schweiss-Kontrollzentrum

Die Schweissregulation findet im Gehirnstamm, genauer gesagt im Hypothalamus und im verlängerten Rückenmark statt. Wenn die Wärmebildung im Körperinneren zunimmt, leitet das Temperaturregulationszentrum im Hirnstamm Impulse über den Sympathikusnerv an die Schweißdrüsenzellen, die Sekretion nimmt zu.

Dieser Hirnbereich steuert alle vegetativen, das heisst dem bewussten Willen nicht unterworfenen Funktionen, zu denen eben auch das Schwitzen gehört. Im Hypothalamus werden aber auch Umweltreize, Empfindungen oder Erinnerungen in körperliche Signale umgesetzt. Das führt dazu, dass in Situationen, die uns Stress bereiten, meist auch vermehrtes Schwitzen auftritt. Hinzu kommen oft erhöhter Blutdruck und beschleunigter Herzschlag.Das Ganze ist ein uralter Mechanismus des Körpers, der auf drohende Gefahr vorbereiten soll.

Flüssigkeitsbedarf

Wir haben 2-3 Millionen Schweissdrüsen, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind. Unter normalen Bedingungen verliert der Körper 1-2 l Flüssigkeit in 24 Stunden. Diese Flüssigkeit setzt sich zusammen aus: Wasser (99%), Salz, Harnstoff, Harnsäure, Aminosäuren, Ammoniak, Zucker, Milchsäure und Ascorbinsäure. Um den Wasserhaushalt aufrecht zu erhalten muss immer genügend Flüssigkeit “nachgetankt” werden, daher die Empfehlung mindestens 2 l Wasser pro Tag zu trinken.

Der Schweiss hat mehrere Aufgaben:

  • die Regulation der Körpertemperatur – der Schweiss kühlt beim Verdunsten die Haut ab und der Körper kann sich so von überschüssiger Wärme befreien.
  • Ausscheidung von Stoffwechselprodukten
  • Ausscheidung von Schwermetallen und Umweltgiften, dieser Vorgang findet verstärkt beim Saunagang statt.

Schweiss ist ein natürlicher Sonnenschutz. Das liegt an der Urocaninsäure, die mit dem Schweiss ausgeschieden wird. Sie kann einen großen teil der UV-B Strahlen, die unsere Haut verbrennen, abfangen. Diese Säure ist wasserlöslich, daher ist die Sonnenbrandgefahr nach dem Baden grösser.

Ursachen des Schwitzens

Wenn Menschen also stark schwitzen, könnte es sein, dass der Körper vermehrt versucht, sich von für ihn giftigen Stoffen zu befreien, weil vielleicht andere Stoffwechselvorgänge nur ungenügend funktionieren oder die Belastung einfach zu hoch ist.

Harnstoff und Harnsäure sind Stoffwechselprodukte, die ansonsten über die Niere ausgeschieden werden. Ammoniak fällt beim Abbau von Eiweiß an und wird in der Leber zu Harnstoff verarbeitet. Bei der Zufuhr von zuviel Eiweiß – wie in unserer Ernährung leider oft üblich, entsteht auch sehr viel Ammoniak. Dies führt zu einer Belastung der Leber und der Nervenzellen, denn Ammoniak ist ein Zellgift, das speziell auf die Nervenzellen wirkt und auch das Gehirn schädigen kann.

Somit haben wir hier zwei Möglichkeiten, wie vermehrtes Schwitzen ausgelöst werden könnte:

  • Eine Erhöhung der Eiweisszufuhr bewirkt, dass der Körper vermehrt Ammoniak und Harnsäure ausscheiden muss, also erhöht er die Schweissproduktion.
  • Bereits belastete Nervenzellen geraten leichter in Stress und Stress ist eine Ursache für vermehrtes Schwitzen

Schweissgeruch entsteht erst an der Körperoberfläche. Medizinisch gesehen ist das ein positives Zeichen. Bedeutet es doch, dass die Hautbakterien, die auf und in der oberen Hornschicht leben, bei der Arbeit sind. Im Rahmen eines ständigen Selbstreinigungsprogramms der Haut, kümmern sie sich um alles, was mit dem Schweiss aus den Poren gespült wird.

Zusätzlich gibt es auch noch Duftdrüsen. Diese sind entwicklungsgeschichtlich mit den Schweissdrüsen verwandt und sitzen in den Achselhöhlen, der Schamregion und im Bereich der Brustwarzen. Ihre Sekretion beginnt erst mit der Pubertät. Sie sondern eine Substanz ab, die unseren unverwechselbaren und manchmal unwiderstehlichen Eigengeruch prägt – der im weiblichen Monatszyklus rund um den Eisprung herum an intensivsten ist.

Was geschieht, wenn dieses Schwitzen durch Deos, bzw. Antitranspirantien unterdrückt wird?

Eines der Regulationssysteme des Körpers wird unterdrückt. Das bedeutet, dass die anderen “Entsorgungszentren” wie Leber und Niere vermehrt arbeiten müssen. Bei jungen, relativ gesunden Menschen werden die Auswirkungen also nicht so schnell zu spüren sein. Bei älteren Menschen oder Personen mit eingeschränkter Organfunktion (z.B. Diatbetiker) können eher Probleme durch die verminderte Ausscheidung entstehen.

Welche Inhaltsstoffe in Deos und Antitranspirantien könnten gesundheitsschädlich sein?

Beginnen wir ganz einfach mit den Duftstoffen. Heutzutage sind fast alle dieser Duftstoffe synthetisch hergestellt. Sie gehören zu den Hauptauslösern für Allergien. Mindestens 35% der Allergien auf Kosmetika sind durch Duftstoffe ausgelöst.

Allergische Reaktionen auf Duftstoffe äussern sich nicht nur durch Hautrötungen und Quaddeln, sondern es können sogar Asthmaanfälle und dauerhafte Pigmentstörungen der Haut auftreten. Bestimmte Basisstoffe wie Alkohol könnten diese Wirkung noch verstärken.

Eine besondere Gruppe dieser Duftstoffe, die Nitromoschus-Duftstoffe, reichern sich im Körper an und sind z.B. in der Muttermilch nachweisbar. Die künstlich hergestellten Moschusverbindungen stehen unter dem Verdacht, die Leber zu schädigen.

Der Alkohol in den Deos wird vergällt, um die Alkoholsteuer zu sparen. Die hierfür benutzten Mittel sind aber gesundheitlich bedenklich.

Wir müssen die Produkte in Deos und Antitranspirantien (oder auch Antiperspirantien) aufteilen.

Deos

Sie überdecken den Körpergeruch und haben eine antibakterielle Wirkung. Leider können diese Bakteriengifte auch in den Körper gelangen und die Leber schädigen. Und sie sind manchmal mit Dioxin verschmutzt, was bewiesenermassen ein gesundheitsschädlicher Stoff ist. Die Liste lässt sich noch beliebig verlängern: krebserregende Farbstoffe, Emulgatoren, die das Eindringen von Schadstoffen durch die Haut begünstigen, und vieles mehr, aber noch viel schädlicher sind die

Antitranspirantien

Diese enthalten Aluminium, oder Aluminium-Verbindungen, die bewirken, dass die Haut sich zusammenzieht, wodurch die Drüsen sich verengen oder verstopfen und bis zu zwei Drittel weniger Schweiss absondern. Gleichzeitig bleibt die antibakterielle Wirkung des Deodorants erhalten und auch an den anderen Inhaltsstoffen (Duft, Alkohol-Vergällungsmittel, etc) ändert sich nichts. Auf jeden Fall ist aber die Wirksamkeit des Schweisses als Transporteur von Giftstoffen nach aussen wirksam unterbunden.

Viele auch als Deodorant deklarierte Produkte enthalten Aluminium, auch ohne die Angabe Antiperspirant – und ohne den Hinweis, dass es hier um die Verengung der Schweissdrüsen geht. Dadurch benutzen viele Menschen diese Produkte, die gar nicht an übermässiger Schweissbildung leiden.

Bleiben noch die sogenannten Deo-Steine

aus Alaunkristall, ein natürlich gewachsener, transparenter Stein. Er desodoriert zuverlässig, behält seine Wirkung ein ganzes Jahr, hat keinen Eigengeruch und ist auch für empfindliche Haut geeignet. Das hört sich gut an, aber was ist Alaun? Man höre und staune – Alaun ist ein Aluminium-Kalium-Sulfat !!

Leider also kein Happy End am Deo-Himmel

Weitreichende Folgen

Was geschieht mit dem Aluminium? Es gibt Überlegungen, dass Aluminium mitverantwortlich sein könnte für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit.

Eine weitere Theorie besagt, dass die krebserregenden Stoffe die Entstehung von Brustkrebs bei Frauen begünstigen soll. Brustkrebs entsteht häufig in dem Quadranten aussen oben, der also von Deos noch mitbetroffen ist. Diese Theorie konnte aber nocht nicht “wissenschaftlich bewiesen” werden und wird in medizinisch-pharmazeutischen Kreisen heftigst bekämpft.

Welches sind die Alternativen?

Wenn Sie unter übermäßigem und/oder übelriechenden Schweiss leiden können Sie folgende Dinge versuchen, bevor Sie sich in Behandlung begeben:

Verzichten Sie eine Weile auf Koffein, Nikotin, Alkohol und scharfe Gewürze.

  • Rasieren sie Ihre Achselhaare
  • Waschen Sie sich mit Zitrone oder Obstessig, evtl unter Beifügung von Bicarbonat
  • Tragen Sie nur Naturfasern, keine synthetische Bekleidung
  • versuchen Sie, morgens ein Glas Salbeitee zu trinken

Weitergehende Behandlungen können unter anderen sein: Akupunktur, klassische Homöopathie, Psychotherapie, Yoga, Meditation

Nachtrag 2010: Diesen Artikel habe ich vor über 10 Jahren geschrieben. Inzwischen kann ich hinzufügen, dass eine Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung in vielen Fällen die Problematik von übelriechendem Schweiß und schlechtem Hautbild sehr schnell beendet. Der Grund ist, dass tierisches Eiweiss viele schwefelhaltige Aminosäuren enthält. Wenn der Körper diese wegen Überlastung oder aus anderen Gründen nicht im Darm verstoffwechseln kann (was zu übelriechenden Stühlen führt), benutzt er das zweitgrößte Ausscheidungsorgan: die Haut. Ebenfalls positiv beeinflusst durch die Ernährungsumstellung werden Schweißausbrüche im Rahmen von Wechseljahresbeschwerden, die auf die Hormone in tierischen Nahrungsmitteln zurückzuführen sind. Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall. Sie werden die Veränderung normalerweise innerhalb eines Monats deutlich feststellen.